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      QUI LIBERARI DEBUIT   Der zu befreien war!   2016


 Auf der Suche nach einem geeigneten Motiv für einen Wettbewerbs-beitrag mit dem Thema LichtGESTALTEN stieß ich auf dieses Foto des Prozessionskreuzes in unserer Landsberger Stadtpfarrkirche.

Im Oktober 2015 hatte ich das Motiv zufällig entdeckt und nun fiel es mir durch das strahlende Licht und den tiefen Schatten wieder auf.

Zunächst begann ich, rein spielerisch und noch ohne Hintergedanken,

die Figur vom Kreuz zu befreien und den Schatten an der Wand wieder zu komplettieren. Das Ergebnis war frappierend! Wilde Assoziationen setzten ein und ich mußte sogleich weitere Zeichen der Marter entfernen: Die Wundmale! Öffnete Jesus nun die Arme nicht wie zu einem Willkommensgruß? War nicht genau das seine Botschaft?

Ich experimentierte im Folgenden mit der Form des Kreuz-Schattens und der Farbe der beleuchteten Wand, um die Figur mehr hervorzuheben. Auch war ich noch mit den Butzenscheiben im Hintergrund nicht ganz glücklich.

Viele Arbeitsschritte später fand ich das Bild zunächst recht gelungen.

Es sollte eine Weile dauern, bis ich merkte, was mich noch störte!

Das Fenster! Die Butzenscheiben definierten einen Raum, eine Begrenzung. Freiheit müsste anders aussehen! Die noch schmerzhaft gekrümmten Finger seiner linken Hand wichen einer offenen, entspannten Haltung und die graugrüne Dornenkrone einem blaßvioletten Kopftuch. Damit war das letzte sichtbare Zeichen für Christi Leiden verschwunden und nur der Kreuz-Schatten erinnert noch an die barbarische Komponente unserer christlichen Heilsgeschichte.

Letzte feine Retuschen, noch etwas Spiel mit der Komposition und als finale Aktion noch etwas Streulicht zur Belebung auf den Kreuzschatten gelegt - nun war ich zufrieden und bin es immer noch.

 

In Zeiten einer (historisch gesehen) kleinen Völkerwanderung mit ihrer Verunsicherung, Angst und auch offenem Fremdenhass ist mir dieses Bild wichtig.

Dies mögen auch andere empfunden haben, gewann es doch den Publikumspreis!



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   Lech-Engerl     2016


Wie könnte man Dominikus Zimmermann, dem langjährigen Landsberger Bürger und Bürgermeister sowie Erbauer der bekannten Wieskirche, anlässlich eines Gedenkjahres zum 250ten Todestag gerecht werden? Die Landsberger ließen sich eine ganze Reihe von Veranstaltungen einfallen, u.a. eine Kunstausstellung mit dem Titel "A Look At Dominikus". Dazu wiederum fiel mir das Lech-Engerl ein.

Man nehme eine etwas ungewöhnliche Ansicht des nächtlichen Lechwehres - nicht ganz so berühmt wie die Wieskirche, aber immerhin!

Sodann begebe man sich mit dem Fotoapparat in die Landsberger Johanniskirche, nach Entwürfen von Dom. Zimmermann gebaut und ausgeschmückt. Dort fotografiert man einige der unzähligen Putten, welche einen dort scheinbar umschwirren und wähle eine aus, die gern einmal nächtens ganz heimlich einen Badeausflug zum Lech unternehmen wollte.

Nachdem ich das himmlische Kind gespiegelt hatte, nahm ich es vorsichtig von dem Draht, an welchem es gleichbleibend freundlich seit etwa 280 Jahren hing und stellte es ins Lechwasser.

Weil ein badender Engel etwas irdisches hat, mußte das Licht auch etwas irdischer werden. Also habe ich versucht, ihn in Beleuchtung und Farbe der Umgebung anzupassen. Weil der Kleine aber nun noch ganz schwerelos über dem Wasser schwebte,...

...bekam er mittels sorgsamer Pixel-Malerei noch etliche Wasserspritzer vor allem um sein linkes Füßchen drapiert.

Das Engerl genießt nun sichtlich sein Abenteuer und mir ist natürlich klar, daß man Dominikus Zimmermann auch heute durchaus ernster sehen kann! Aber: Hätte der Schöpfer dieser lebendigen Kirchen das immer so gewollt?